vrijdag 13 januari 2012

Wildwuchs

Wo soll ich mich selber lassen wenn meine
Fingerkuppen Wuchergewächs austreiben.
Tagsüber stutze ich es aber nachts kriecht
es über meine Matratze die Wände hinauf
und haftet sich an die ausgelesene Decke.


Hier wartet es auf erlösende Worte.
Spreche sie aus. Kornelkirsche. Zöllner. Sägezahnmaul.
Salomonssiegel. Augapfel. Und irgendwo in dieser willkürlichen
Folge spüre ich sie nachgeben, bewegen, ziehen
die Klauen sich ruckartig in meine Finger zurück.


Lass die Hunde los und gebe mir eine Kaninchenpfote
für unterwegs mit. Dann drücke ich meine
Kippe an der Stelle aus an der ich sie fand. Segne
mit gekreuzten Fingern den erschöpften Boden. Entsage
den Nächten. Dort wird nichts mehr wachsen.

(vertaald door Janet Blanken, org titel: Wildgroei, uit Tuig, 2008)